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12.11.2010, 20:00 - 22:00 Uhr

16. Festival der Kleinkunst: Görner spricht Schiller

"... Opiumschlummer und Champagnerrausch." Leben. Gedichte. Monologe. Briefe. Das 16. Festival der Kleinkunst präsentiert den meisterlichen Rezitator Lutz Görner mit "Görner spricht Schiller". An der Gitarre: Stefan Sell.

Lutz Görner kann immer noch die Massen mobilisieren, wenn es darum geht, seinem Publikum die Klassiker der deutschen Literatur näher zu bringen. Viele haben die Werke von Schiller in der Schule wohl nur unter Zwang gelesen, doch Görner schafft es, die Texte lebendig und lustvoll zu servieren.

Pressestimmen:
"Tosender Applaus und Bravorufe" (Weser Kurier) / "Lutz Görner ist einzigartig. Nie war Boulevard so viel Kultur. Nie hat Lyrik so viel Spaß gemacht." (Borbecker Nachrichten) / "So hätte man Schiller gerne in der Schule vermittelt bekommen. Hochkarätige, aber kurzweilige Unterhaltung mit literaturwissenschaftlichem Anspruch." (Darmstädter Echo) / "Das Publikum war begeistert. Schiller hautnah. (Ruhrnachrichten). / "Görner kauft man seine Posen ab. Er übertreibt nie, aber gibt alles. Der Gitarrist Stefan Sell bereichert den Abend immer wieder mit superb gespielten musikalischen Kontrapunkten." (Generalanzeiger).

Zum Programm:
"Ich werde von allen Glückseligkeiten naschen, ohne sie zu genießen", gestand Schiller. Diese Unfähigkeit zum Glücklichsein war schon in der Jugend durch eine pietistische Erziehung angelegt, die ja Verzicht predigte. Er versuchte sie mit Surrogaten des Glücks zu bekämpfen, um wenigstens für Augenblicke in einen beglückenden Rausch zu geraten. "Eine fatale Kette von Spannung und Ermattung, Opiumschlummer und Champagnerrausch",
nannte Schiller resignierend seinen Zustand.

Und so richtete er seinen Körper weiter mit Tabak, Alkohol, Schnüffeldrogen und Opiaten zu Grunde. Selbst die Dichtung wurde für ihn zu einer Droge, einem Rausch, warf er doch seinen ganzen Körper ins Schreiben, wie mehrere Augenzeugen bestätigt haben, und zwar bis zur absoluten Erschöpfung, da Dichtung für ihn zugleich immer auch härteste Arbeit, unendliche Mühe war, nie eine Leichtigkeit.

"Ich kann mich nicht mit mir selbst versöhnen", stellte Schiller schmerzhaft fest. Unglück des Körpers, Unglück des Gemüts? Armer Schiller und doch reich an Werk, das überraschender ist, als viele vermuten, die vielleicht seine Balladen, die Ode "An die Freude", die ein oder andere Sentenz oder einige seiner Dramen mit den ach so hehren Figuren kennen. Ein Werk, das verdeckt ist auch durch seine Rezeption in den beiden Jahrhunderten seit Schillers Tod, missbraucht oft im Schulunterricht, missbraucht als nationales Fanal, missbraucht gar vom Nationalsozialismus.

Wie aber ein solches Leben, wie das von Schiller erzählen, das hinter dem Werk versteckt zu sein scheint? Wie sein Werk, das so abgespalten wirkt von seinem Leben, in seinem Zusammenhang mit diesem schildern? Wie von einem Menschen erzählen, der sich zumeist Empfindungen und Genuss des Lebens verboten hat? Wie von einem Menschen sprechen, der gegen sich selbst gelebt hat. Lutz Görner und sein Musiker Stefan Sell werden diesen Versuch unternehmen, immer eingedenk des Schillersatzes: "Mein Leben hat die Farben eines Romans".

 

Veranstaltungsseite: www.rezitator.de/
Eintritt
Eintritt inkl. Gebühren 16,- €, erm. 13,- €
Plätze mit Reservierung plus 2,- €
Kontakt
Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH
Telefon: 0 44 21-92 79-0
Fax: 0 44 21-92 79-48
Veranstaltungsort
Kulturzentrum Pumpwerk
Banter Deich 1a

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