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Annamateur & Außensaiter - 23. Knurrhahn-Preisverleihung
Eine Dresdenerin ist Preisträgerin des diesjährigen „Knurrhahns“: Anna Maria Scholz überzeugte nicht nur mit einer großartigen Stimme im Opernformat, sondern schlägt in ihren Texten von scharfer Beobachtungsgabe gespeiste kritische Töne mit Tiefgründigkeit an. Mit ihrer innovativen, erfrischenden und unverbrauchten Konzeption von Musik und Wort, die noch in keine Schublade passt, erfüllt sie nach Überzeugung der Kleinkunst-Juroren ideal die Kriterien des „Knurrhahn“-Preises.
Man darf sich auf höchstem Niveau überraschen lassen, wie Frau Mateur die Bandaufstellung nach B. Hellinger meistert und mit bearbeiteten Coverversionen (u. a. von Tom Waits, Charlie Parker, Charles Aznavour und Zarah Leander, bis hin zu bitterbösen Dalida-Schlagern) und eigenen Titeln brilliert. Die studierte Jazzsängerin besticht durch eine herausragende Stimme, außergewöhnliche Leidenschaft und eine satte Portion Selbstironie. Mit musikalischer Abwechslung, Geschwindigkeit und Spontanhumor formt sie konsequent die eckige Bühnengestalt Annamateur. Neben Ihr glänzen ihre Aussensaiter. Stephan Braun am Cello sowie Daniel Wirtz oder Reentko Dirks an der Gitarre. Musiker mit internationalem Renommé.
„Grenzen ausloten, das macht mir extrem viel Spaß“, sagte die frischgekürte Preisträgerin, als sie telefonisch von der „Knurrhahn“-Entscheidung erfuhr – hoch erfreut. „Meine Philosophie ist, Dinge nicht zu stark festzuziehen – ich probiere gerne etwas aus“, erklärte sie. Vielleicht kommt es daher, dass sie statt des Gesangsstudiums an der Hochschule für Musik in Dresden (nach ihrem Examen 2003 schwärmte die Kritik: „Da kommt eine Wunderstimme!“) „auch gerne Dramaturgie studiert hätte“.
In ihren Programmen möchte sie künftig noch mehr „die Beziehung mit den Künstlern aufs Korn nehmen, noch etwas theatraler werden“ und den Menschen rüberbringen, „warum man eigentlich Musik macht“. Damit wolle sie sie nicht zuletzt einen Gegenpol zu jener heute weitverbreiteten banalen Musik setzen, mit der Menschen „förmlich zugeschossen werden, so dass sie später nicht mehr wissen, was Qualität ist“.

mit Platzreservierung plus 2,- €














