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Kleinkunstpreis „Wilhelmshavener Knurrhahn“

Der „Wilhelmshavener Knurrhahn“ – Kleinkunstpreis der Stadt Wilhelmshaven – wurde erstmals 1986 vergeben. Verliehen wird der Knurrhahn an Künstler aus dem Kleinkunstbereich, die im Pumpwerk aufgetreten sind. Die bisherigen Preisträger kamen aus Australien, Belgien, der Ex-DDR, Frankreich, Italien, der Schweiz, Spanien, den Niederlanden und Deutschland.
Der „Wilhelmshavener Knurrhahn“ zählt zu den renommierten und bedeutenden Kleinkunstpreisen im deutschsprachigen Raum. Er ist mit 2.500 Euro und einer gewichtigen Bronzeplastik des „Knurrhahns“, die von dem Wilhelmshavener Künstler Dr. Hartmut Wiesner entworfen wurde, dotiert.

Der Namensgeber des Preises, der Knurrhahn, steht mit seiner Eigenschaft, einen großen Teil seines Lebens auf dem Meeresgrund zu verbringen, symbolisch für eine Eigenschaft der Kleinkunst, nämlich den „Dingen des Lebens auf den Grund zu gehen“. Zudem ist sein Aussehen eher widerborstig als gefällig. Was ihn trotz seines stacheligen Aussehens auszeichnet, ist sein feiner Geschmack, der aber nur dann zur Geltung kommt, wenn er gekonnt zubereitet wird. Ebenso verhält es sich mit der Kleinkunst: nur wenn die Inszenierung gekonnt, originär und ideenreich ist, ist sie für das Publikum ein Genuss.

Die Preisträger

Martin O.2013: Martin O. (Schweiz)
Musik-Artist. Der Ostschweizer Martin Ulrich unter dem Künstlernamen "Martin O." avancierte mit seiner faszinierenden Ein-Mann-Show "... der mit der Stimme tanzt" beim 15. A-cappella-Festival zum Publikumsliebling. Die Jury entschied sich einstimmig für den 37jährigen Musiker, Komponisten, Sänger und Entertainer und würdigte das außergewöhnlich innovative Schaffen des einzigartigen Klangvirtuosen, der ein mehrdimensionales Hörerlebnis und wunderbare Unterhaltung für Aug, Ohr und Seele bietet.

25. Knurrhahn-Preisträger \\"Ohne Rolf\\"2012: Ohne Rolf (Schweiz)
Erlesene Komik. Ihre Programme sind eine brillant leichtfüßige Hommage an die Sprache, an Sprachspiele, ans "wörtlich nehmen". Mit dem Stück "Schreibhals" überzeugt das Schweizer Duo nicht nur Publikum, sondern auch die Jury, die das außergewöhnlich innovative Schaffen der Künstler würdigte. Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub haben zusammen mit Dominique Müller (Regie) ein neues Genre der Kleinkunst geschaffen. Sie begeistern damit nicht nur Kabarett und Comedyfans, sondern auch Theater- und Literaturliebhaber.

Malediva2011: Malediva (Deutschland)

Boulevard-Kabarett. Die Jury entschied sich  mit großer Mehrheit für das Trio, Tetta Müller und Lo Malinke sowie Florian Ludewig. Auch in der Publikumswertung war "Malediva"  Spitze mit einer glatten 1,0-Bewertung. Die Jury sah im Programm "Die fetten Jahre" ein weiteres Beispiel für musikalisches Boulevard-Kabarett auf hohem Niveau. Fein nachgezeichnete Beziehungsgeflechte, trockener Witz und boshafte Bissigkeit gehören ebenso dazu wie eine gehörige Portion Selbstironie.


Annamateur & Außensaiter2010: Annamateur & Außensaiter (Deutschland)
Chansonnière. Anna Maria Scholz überzeugte nicht nur mit einer großartigen Stimme im Opernformat, die klassische Themen ebenso mühelos meistert wie Blues oder jiddischen Tango, sondern schlägt in ihren Texten von scharfer Beobachtungsgabe gespeiste kritische Töne mit Tiefgründigkeit an. Mit der innovativen, erfrischenden und unverbrauchten Konzeption von Musik und Wort, die noch in keine Schublade passt, erfüllt ihre Formation "Annamateur und Außensaiter" nach Überzeugung der Juroren ideal die Kriterien des "Knurrhahn"-Preises.

Michael Ehnert2009: Michael Ehnert (Deutschland)
Kabarettist. Die Jury des "Knurrhahns" würdigte Ehnert als einen ausgezeichneten Schauspieler, dem es durch großartige Bühnenpräsenz auch ohne Requisiten gelinge, ein fesselndes  "Kopfkino" zu erzeugen. Mit Intelligenz und Esprit ziehe er jeden in seinen Bann, projeziere mit Worten und Gesten Bilder in die Köpfe des Publikums, lasse dort bizarre Geschichten ablaufen. Michael Ehnerts großartige Kabarettkunst wurde schon mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Deutschen Kabarettpreis dem Prix Pantheon gewürdigt.   

2008: Ferruccio Cainero (Schweiz)
Geschichtenerzähler. Der seit 1985 in der Schweiz lebende Italiener ist ein fantastischer Erzähler, der sensibel und mit Charme seine Zuhörer in den Bann zieht. Die ganz eigene, aus natürlicher
Aufrichtigkeit abgeleitete Kritik an einer Welt des schnelllebigen Verfalls von Werten mache Caineros Erzählungen richtungweisend. Er erfüllt mit großem schauspielerischem und musikalischem Können mit seinen Don-Quichoterien das Publikumsbedürfnis nach Echtheit. Als großartiger Erzähler hat er ein Gespür für zeitlose Werte und große Gefühle.

 2007: Hagen Rether (Deutschland)
Kabarettist. Rether gilt als "Galionsfigur des neuen politischen Kabaretts, der in vornehmer Schärfe und mit charismatischer Ausstrahlung gesellschaftliche Realitäten widerspiegelt." Er ist einer, der das Kabarett geradezu neu erfunden hat, mit einen eigenen Stil, gepaart mit Können, Souveränität und Ausstrahlung. Er nimmt planvoll und ohne Hast, voller Sarkasmus, Ironie und Angriffslust das Weltgetriebe auseinander - die personifizierte Rache des Intellektuellen an den Machern dieser Welt.


2006: Stage TV (Schweiz)
Akrobatik-, Artistik- und Videoperformer. Stage TV hat eine neuartige und innovative Show kreiert, mit einem spektakulären Mix aus Jonglage, Akrobatik, Artistik und Videoanimationen, bei dem die Grenzen zwischen realem und virtuellem Geschehen verschwinden. So entsteht eine ganz neue Form der Live-Unterhaltung. "Stage TV" führt durch die interaktive Bühnenshow das Medium Fernsehen aus der Zwei- in die Dreidimensionalität: eine verblüffende Vernetzung zwischen reellem Geschehen und virtueller TV-Welt.

2005: Volker Pispers (Deutschland)
Kabarettist. Pispers Wortwitz ist genial. Seine messerscharfe Analyse und Spiegelung politischer Realität auf der Basis eines profunden Wissens um Fakten und Zusammenhänge ist einzigartig. Frech und bissig bis zur Provokation, zeigt er sich doch immer der humanistischen Aufklärung verpflichtet und gilt als einer der derzeit besten politischen Kabarettisten. Seine grandiose Textarbeit und Qualität ist richtungweisend.


2004: Les DéSAXés (Frankreich)
Musik-Comedy. Das französische Saxophon-Quartett liefert eine komödiantische Hommage an das Saxophon, verbunden mit einem Streifzug durch die Musikstile und die Musikgeschichte. Mit einer hinreißenden Bühnenchoreographie machen sie die Musik „sichtbar“. Die Umsetzung und Übersetzung von Tönen in Bewegung gestaltet sich zu einem akustischen und visuellen Genuss. Einfach Weltklasse!


2002: Friedhelm Kändler (Deutschland)
Wortheater. Kändler liebt den Reim. Der Hannoveraner Kändler hielt mit genialen Wortspielereien sein Publikum in Atem. Das fand in seinem Programm zahlreiche und geistreiche Pointen. Kändler liebt es, dem Klang der Wörter zu lauschen und nach und nach findet er darin so manch erstaunlichen Sinn jenseits des Vertrauten und Bekannten. Kändlers Kunst ist es, selbst den banalen Alltag in Versen zu verdichten, die dann zu bizarr-absurden Kleinodien werden.


2000: Hanns Dieter Hüsch † (Deutschland)
Kabarettist. Der große Kabarettist wurde mit dem Knurrhahn für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hüsch, der Übervater der deutschsprachigen Kabarettlandschaft, trat seit 1978 regelmäßig im Pumpwerk stets vor ausverkauftem Haus auf. Hüsch hat sich nicht nur als Wegbereiter und Förderer für zahlreiche junge Kabarettisten verdient gemacht sondern hat es stets verstanden mit dem ihm eigenen Kabarettstil sein Publikum zu faszinieren. Am 06.12.2005 verstarb der großartige Kabarettist und Mensch.

1999: Erwin Grosche (Deutschland)
Kabarettist. Der "kleine" Paderborner Schauspieler, Musiker und Kabarettist ist ein ganz großer auf der Bühne. Mit handwerklicher Präzision und inhaltlicher Konsequenz hat er sich gegen die sog. Quote behauptet. Seine Programme sind unverwechselbar. Seine versponnenen Geschichten sind voller Poesie. Er entlarvt den Alltag als Absurdität und setzt dagegen stets die Fantasie als einziges mögliches Überlebensprogramm.


1998: Jo van Nelsen (Deutschland)
Chansonier. Der Frankfurter Schauspieler und Chansonier zählte seit Jahren zu den Stammkünstlern des Pumpwerks. Mit seinen außergewöhnlich, schrägen Programmen verlieh er dem Chanson eine neue Farbe. Sein preisgekröntes Programm „Kitsch“ verschonte kein Genre. Deutschlands Liedgut wurde von seiner kitschig-gefühlvollen Seite gezeigt und kräftig durch den Kakao gezogen. Am Flügel wurde van Nelsen von seinem exzellenten Partner Clemens Kanka begleitet.


1997: Massimo Rocchi (Italien)
Mime und Geschichtenerzähler. Der italienische Mime, Komiker und Kabarettist Massimo Rocchi erhielt den Knurrhahn für sein Programm "Adele“, das die Zwerchfelle des Publikums aufs Äußerste und Angenehmste strapazierte. Rocchi erzählte mit „kleinen Gesten“ „Große und wunderbare Geschichten“. Seinen Fundus bezog er aus den Geschichten des Alltags. Das Slapstick-Genie brauchte dazu weder Kulissen, noch Kostüme oder Requisiten. Alles was er brauchte, war die Fantasie des Publikums. Ein großartiger Künstler wurde mit Standing Ovations gefeiert.

1996: Jaqueline Kroll (Deutschland-Schweiz)
A-cappella. Das A-cappella-Quintett mit dem leicht irreführenden Namen erhielt den Knurrhahn für das Programm "Kein anderer Weg zur Zauberflöte". Die musikalisch bestens ausgebildeten Sänger boten eine Mischung aus einfühlsamen Arrangements, gefühlvollen musikalischen Interpretationen und ironischem, amüsantem Wortwitz.



1995: Markus Jeroch (Deutschland)
Literarieté. Markus Jerochs Programm „Wortheater“ war eine großartige Mischung aus Sprache, Literatur und Varieté. Mit ausgeprägter und präziser Körpersprache visualisiert und artikulierte Jeroch die Texte des Wieners Ernst Jandel und des Hannoveraner Poeten Friedhelm Kändler. Flink pointiert, jongliert Jeroch sowohl mit Sätzen, Worten und Silben ebenso wie mit Hüten, Büchern und Bällen. Sprach- und Wort-Entertainment auf höchstem Niveau, originell und witzig präsentiert.


1994: Intermezzo (Niederlande)
A-cappella. Erstmals wurde einer A-cappella-Gruppe der Kleinkunstpreis verliehen. Das Quintett aus den Niederlanden (Stijn van der Loo, Ronald Becker, Matthijs Overmars, Lek de Vos und Evert Bandriga) glänzte durch eine ideenreiche und perfekte Show. Musikalisch abwechslungsreich bewegten sie sich durch verschiedene Musikstile. Präzise Choreographien und eine dezente aber wirkungsvolle Lichtshow bildeten den Rahmen für ein Programm, das so noch nicht auf deutschen Bühnen zu sehen war und für viele nachfolgende A-cappella-Gruppen Maßstäbe setzte.

1993: Neville Tranter (Australien)
Puppen- und Schauspieler. Tranter agierte solo sowohl als Schauspieler wie auch als Puppenspieler mit lebensgroßen Puppen auf der Bühne. Seinen Puppen hauchte er durch sein exzellentes Spiel jene Seele ein, die das Publikum glauben machte, auf der Bühne agierten reale Figuren. Die Trennung zwischen Puppen- und Schauspiel wurde gänzlich aufgehoben. Das Programm „Nightclub“ zeigte dramatisch die Abgründe menschlichen Tuns auf. Ein beseeltes Puplikum hat durch Tranters Spiel einmal mehr erfahren, dass kulturelles Agieren durch Dramatisierung und Überhöhung gesellschaftliche Zusammenhänge erkennbarer macht.

1992: Pep Bou (Spanien)
Der König der Seifenblasen zeigte ein filigranes, farbenprächtiges und beeindruckend poetisches Programm. Der Katalane, der sein großes Können schon in aller Welt zeigte, hat mit den Seifenblasenkünstlern auf Varietébühnen nichts gemein. Seine Kunst ist die „Magie der Leichtigkeit“, die die Zuschauer in traumhafte Welten entführte. Eine Produktion, die übrigens technisch äußerst kompliziert und aufwendig war und deren Gelingen oft an seidenen Fäden hing. Es gelang alles vor einem faszinierten und entrücktem Publikum.

1991: Hans Liberg (Niederlande)
Musik-Entertainer. Der damals in Deutschland noch recht unbekannte Hans Liberg, der jetzt zu der Elite der europäischen Musik-Entertainer zählt, begeisterte mit seinem Programm „Wurzel Bach Live“ auf bisher noch nicht bekannte Art und Weise Publikum und Presse. Klassisches und modernes Musik-Entertaiment auf höchstem Niveau, musikalische Leckerbissen in ungewöhnliche Zusammenhänge gestellt, geistreiche Moderationen mit theatralen Ideen überhöht, ließen ein restlos begeistertes Publikum zurück. Ein Künstler von einem anderen Kultur-Stern.

1990: Triangel (Niederlande)
Figurentheater aus Meppel. Mit der Preisvergabe an Triangel wurde die herausragende Leistung des 1937 geborenen Henk Boerwinkel und seiner Frau Ans gewürdigt. Triangel zog das Publikum mit faszinierendem und entrücktem Puppenspiel in den Bann und entführte es mit dem Programm „Metamorphosen“ in eine Welt, die jenseits des Banalen, Alltäglichen und Normalem lag. Ein beseeltes Publikum würdigte enthusiastisch dieses sinnfindende Programm. Aufgrund des Umbaus im Pumpwerk fand die Verleihung im Jungen Thater statt.

1989: Duo Sonnenschirm (Ex-DDR)
Brachialromantiker. Das Duo Sonnenschirm aus Dresden und dem Vogtland, auch Preisträger der 9. Chanson-Tage in Frankfurt/Oder, machte das Pumpwerk-Publikum mit einer besonderen Spezies der Kleinkunst bekannt – der „Brachialromantik aus der DDR“. Eine aberwitzige Mischung aus kabarettistischer Sprachakrobatik, konzertanter Lesung, Lied- und Chansonbeiträgen, Puppenspiel und theatralem Entertainment. Ein überraschendes und pointenreiches Programm.


1988: De Nieuwe Snaar (Belgien)
Musikkomödianten der Extraklasse. Die zwei Brüder Jan de Smet (Akkordeon) und Chris de Smet (Klarinette) sowie ihr Schwager Geert Vermeulen (Geige) entfachten ein musikalisches Feuerwerk, das neue Akzente im Bereich der Musik-Comedy setzte. Mit ihrer professionellen Musik und ihrer außergewöhnlichen Komik präsentierten sie ein Programm voller grotesker Zärtlichkeit. Die preisgekrönte Show lebte von zwerchfellerschütternder Mimik und der nahtlosen Verbindung musikalischen und theatralen Einsatzes.

1987: Habbe & Meik (Deutschland)
Maskenspielduo, die mit Schalk, Charme und Können Alltagsszenen virtuos und zwerchfellerschütternd auf die Bühne gebracht haben. Variationsreich und mit großer Ausdruckskraft hauchten sie ihren Figuren Leben ein und ließen sie trotz der Masken lebendig auf der Bühne agieren. Ihre realen und ihre fiktiven Geschichten waren geprägt von Überraschendem, Liebenswertem und Humorvollem.


1986: Gardi Hutter (Schweiz)
Clownfrau mit originärem Witz und großem komödiantischem Können. Mit ihrem Programm über die Waschfrau „Hanna“ wurde sie europaweit bekannt und hat sich in die Herzen des Publikums gespielt. Feiner Humor gepaart mit aberwitzigen Einfällen begeisterten sowohl das Publikum als auch die Presse.

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